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Briefmarken-Ausgabe: Jüdischer Hochzeitsring Erfurt

Abbildungen und Ausgabeanlaß zur Briefmarke

Bild der Briefmarke (Jüdischer Hochzeitsring Erfurt)
Jüdischer Hochzeitsring Erfurt
1998 wurde bei Grabungen im jüdischen Viertel Erfurts unter dem Eingang eines romanischen Kellers ein großer Silber- und Goldschatz mit einem Gewicht von ca. 30 Kilogramm entdeckt. Er setzt sich aus über 3.000 silbernen Münzen, 14 Silberbarren, silbernen Gefäßen und rund 700 Schmuckstücken sowie anderen wertvollen Objekten zusammen. Durch die Münzen kann die Niederlegung des Schatzes kurz vor die Mitte des 14. Jahrhunderts datiert werden. Damit fällt die Verbergung in die Zeit des urkundlich überlieferten großen Pogroms vom 21. März 1349, bei dem die gesamte jüdische Bevölkerung getötet oder vertrieben wurde. Vermutlich war auch der Besitzer unter den Opfern und konnte den Schatz nicht mehr bergen.
Das bedeutendste Stück des Schatzes ist der jüdische Hochzeitsring aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, einer von nur drei erhaltenen Ringen dieser Art aus dem Mittelalter. Der Ring ist 4,7 cm hoch, besteht aus hochkarätigem Gold und setzt sich aus zahlreichen Einzelteilen zusammen. Die breite Ringschiene endet unten in zwei zusammengelegten Händen. Die Arme sind mit von kleinen Knöpfen geschlossenen Ärmeln bekleidet. Die Knopfleisten gehen in den Rückenkamm zwei geflügelter Drachen über, die ein Gebäude auf sechseckiger Grundfläche tragen, das mit gotischen Architekturelementen verziert ist. In die glatten Dachflächen des Gebäudes ist in hebräischen Buchstaben "Masel Tov" (im übertragenen Sinn "viel Glück") eingraviert. Dies ist der traditionelle Wunsch zur Hochzeit. Der Ring wurde nur zur Hochzeitszeremonie getragen und der Braut vom Bräutigam an den rechten Zeigefinger gesteckt.
Der Schatz ist Teil von Erfurts einmaligem Komplex an jüdischen Zeugnissen aus dem Mittelalter. Darunter ist der Hochzeitsring im weltweiten Kontext als einmalig einzuordnen.
 

Konkurrenzentwürfe zur Briefmarke

Konkurrenzentwurf von Prof. Ernst / Lorli Jünger Konkurrenzentwurf von Elisabeth Hau Konkurrenzentwurf von Prof. Heribert Birnbach
Prof. Ernst / Lorli Jünger Elisabeth Hau Prof. Heribert Birnbach
 

Allgemeine Angaben zur Briefmarke

AusgabelandDeutschland (BRD)
Ausgabetag11. Februar 2010
AusgabeartSondermarke
 

Sonstige Angaben zur Briefmarke

Größe in mm:35,00 x 35,00
Entwerfer Pwz:Corinna Rogger, Biberach
Entwerfer Stempel:Corinna Rogger, Biberach
Papier:Gestrichenes, weißes, fluoreszierendes Postwertzeichenpapier DP 2
Druckart:Mehrfarben-Offsetdruck
Druckort:Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig
Konfektionierung:Zehnerbogen 210 x 105 mm
Anordung PWz:5 PWz nebeneinander, 2 PWz untereinander
 

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